Der Zweite Weltkrieg


Bereits kurz nach Kriegsausbruch waren die Bergbaukonzessionen der Minen im Wallis sehr begehrt. Rasch wurden die entsprechenden Konzessionen erworben und weiterverpachtet. Dr. W. Ebener aus Sitten erlangte die Konzession der Mine Ferden 1940 und verpachtet sie an Gottfried Gasser aus Bern. Schon kurz darauf hatte man die ersten Gebäude im Goltschried fertiggestellt. Die Stollen wurden vorangetrieben und mit Schächten verbunden. Mehrere Seilbahnen verbanden die Stollen mit den Anlagen im Goltschried. Für den Transport der Kohle nach Goppenstein wurde ein 3 t Camion eingesetzt. Da es sich dabei um das erste Automobil im ganzen Tal handelte, war man demgegenüber eher skeptisch eingestellt. Da man aus den Fehlern während dem Ersten Weltkrieg gelernt hat, konnte bereits im ersten Jahr so viel Kohle gefördert werden wie während dem ganzen Ersten Weltkrieg.

Die Mine wurde immer grösser und benötigte mehr Personal. Bereits ein Jahr nach der Inbetriebnahme war das Arbeiterpotential aus Kippel und Ferden ausgeschöpft. Um auswärtige Arbeiter aufnehmen zu können baute man ein Knappenhaus für 32 Arbeiter. Für den geplanten elektrischen Betrieb der Mine wurde in Ferden ein eigenes Kraftwerk erstellt.

Um einer Kohleknappheit vorzubeugen forderte das «Bureau für Bergbau» Investitionen in der Höhe von 300 000 Franken. Dieses Geld konnte nur dank grösseren Darlehen und Krediten aufgetrieben werden. Der grösste Teil des Geldes kam von der Firma Geigy aus Basel, welche als Kommanditärin aufgenommen wurde. Trotz all den Mühen wurde schlussendlich nichts investiert und alle Arbeiter mussten 1943 entlassen werden.

Nach Kriegsende wird die Kommanditgesellschaft Gasser & Co. liquidiert und die «Ferden AG» gegründet. Hauptaktionär ist, als grösster Abnehmer von Anthrazit, die Firma Geigy. Die verlangten Erschliessungsmassnahmen des «Bureau für Bergbau» wurden nun endlich ausgeführt. Durch den Ausbau konnte die monatliche Förderleistung auf 1 000 t erhöht werden. Während viele andere Minen im Wallis schon kurz nach Kriegsende schliessen musste, konnte die Mine Ferden dank der guten Qualität des Anthrazit bis 1948 weiterbetrieben werden. Nur zwei Bergwerke überlebten noch länger.