Der Erste Weltkrieg


Obwohl die Schweiz nicht direkt in das Kriegsgeschehen involviert war, gab es teilweise massive Engpässe bei der Versorgung mit Brennstoffen. Der Preis für Importkohle stieg enorm an. Dadurch wurde der Bergbau in der Schweiz stark gefördert. 1917 erhielt Alois Henzen die Konzession für den Abbau von Anthrazit und Graphit im Lötschental. Noch im selben Jahr verkaufte er die Konzession mit viel Gewinn. Über Dr. Albert Duret aus Genf gelangte die Konzession an die «Société des Mines de Ferden». Nach den Erschliessungsarbeiten konnte 1918 mit dem Abbau begonnen werden. Über eine Seilbahn gelangte das Material nach Fystertellä. Nach dem Scheiden des Fördergutes wurde das Material auf Schlitten und Wagen auf Feldbahngleisen nach Goppenstein zur Aufbereitung gebracht.

Die Arbeitsbedingungen in den Stollen waren miserabel. Rund um die Uhr wurde in zwei Schichten für einen Stundenlohn von 30-40 Rappen gearbeitet. Die Bohrungen mussten von Hand ausgeführt werden da Presslufthämmer fehlten. Eine Ventilation gab es nicht. Dadurch war die Luft besonders nach den Sprengungen sehr schlecht. Mit dem Ausbruch eines Kamins verbesserten sich die Bedingungen etwas.

Nach dem Ende des Krieges wurde auch die Mine Ferden im März 1919 geschlossen. Die Knappheit an Brennstoffen war aber noch nicht überwunden. So vergab man die Schürfrechte auch nach dem Krieg mehrmals an verschiedene Interessenten. Viel abgebaut wurde in der Nachkriegszeit jedoch nicht. Im Herbst 1920 überliess Jean Jucker die Mine wegen Zahlungsschwierigkeiten ihrem Schicksal.

Die Mine konnte im ersten Weltkrieg nie erfolgreich betrieben werden. Es wurden in drei Jahren nur gerade 3 300 t Kohle gefördert. Gründe dafür gibt es einige. Neben den teilweise unlogisch gebauten Anlagen fehlten auch Fachkräfte. Der sehr umständliche Transport kostete zudem zeitweise doppelt so viel wie der eigentliche Abbau.