Erfolg und Untergang im 19. Jahrundert


Der erfolgreiche Baglioni
Auch zu Beginn des 19. Jahrhunderts wechselte die Mine oft den Besitzer. Die meisten scheiterten jedoch teilweise ohne jemals irgendwelchen Bergbau betrieben zu haben. Sie scheiterten aber nicht an fehlendem Erz sondern vielmehr an Misswirtschaft, Betrug, Schwindel und fehlender Sachkenntnis.

1845 übernahm Pierre de Baglioni die Mine am Rothenberg. Baglioni leitete zu dieser Zeit mehrere Bergwerke in der Region sehr erfolgreich. In Goppenstein liess er die Stollen auf 1800 Meter aufwältigen und baute dort bis 1849 eine beachtliche Menge Erz ab. Das abgebaute Erz brachten die Arbeiter auf Schlitten nach Goppenstein. Auf den steilen Wegen hinunter ins Tal ging aber vermutlich eine grosse Menge Erz verloren. Trotz der ganzen Probleme der Vorgänger, mit welchen auch Baglioni zu kämpfen hatte, konnte er die Mine 1849 mit einem Gewinn von 64000 Franken verkaufen.

Die Konzession kaufte eine englische Gesellschaft unter der Führung von John James Rippon. Dieser baute riesige Anlagen in Mittal und Gampel. Zudem liess er eine Strasse von Gampel nach Goppenstein errichten. Ein Abbau gab es unter der englischen Führung aber nicht. Stattdessen wurden die noch vorhandenen Erzlager verhüttet. Die Verhüttung verlief aber so unsachgemäss, dass rund die Hälfte des gewonnen Bleis in der Schlacke verloren ging.

Serquet, Stauffer und d'Ervieux
1856 gelangte die Abbaukonzession an die Herren Serquet, Stauffer und d′Ervieux. Zusammen gründeten Sie 1862 die «Gesellschaft der silberhaltigen Minen im Lötschental». Wie bereits Baglioni beschränkten sie sich auf einen Abbau in den Stollen auf 1800 Meter. In dieser Höhe wurden neben einer Unterkunft für 60 Personen auch eine Schreinerei, eine Schmiede, ein Kohlenlager, ein Pulverhaus und ein Erzdepot erstellt. Das geförderte Erz gelangte durch Rohrleitungen nach Goppenstein wo es in den neu errichteten Anlagen gewaschen und gepocht wurde. Den gewonnenen Schlick brachte man nach Steg wo er geschmolzen wurde.

Obwohl Serquet 1864 aus der Gesellschaft austrat wurde die Mine weiterbetrieben. Bis zur Betriebseinstellung 1870 trieb man die Stollen 280m vor und eröffnete auf der rechten Seite der Lonza sogar einen weiteren Stollen. Als d′Ervieux 1869 und 1870 den Verpflichtungen gegenüber der Gemeinde nicht mehr nachkam und die Söhne Stauffer ihr gesamtes Vermögen in die Mine investiert hatten, ging auch diese Gesellschaft Bankrott.

Auch in den nachfolgenden Jahren wechselte die Konzession mehrmals den Besitzer ohne dass jemals ein nennenswerter Abbau stattfand.