KW Lötschen mit Stausee Ferden


Nach über 50 Betriebsjahren waren die Kraftwerke Gampel I und II an ihrem Lebensende angelangt. Um die Kraftwerke weiter in Betrieb halten zu können war ein intensiver Personaleinsatz nötig. Man gab also Studien in Auftrag um herauszufinden wie die drei Lonza-Kraftwerke durch ein einziges einstufiges Kraftwerk ersetzt werden könnten. Bis 1968 wurde anschliessend ein Projekt ausgearbeitet. Das neue Kraftwerk sah eine Talsperre unterhalb Ferden vor. Durch einen rund 7 km langen Druckstollen soll das Wasser in die Zentrale Steg gelangen und dort turbiniert werden.

Um die Staumauer bauen zu können musste die Lonza zuerst umgeleitet werden. Dazu wurde ein Umleitstollen ausgebrochen. Nach dessen Fertigstellung wurde das alte Bett der Lonza trockengelegt und der Bau der Staumauer konnte beginnen. Gleichzeitig wurde mit einer kleinen Tunnelbohrmaschine der zukünftige Druckstollen ausgebrochen. Nach der Fertigstellung der Talsperre konnte der Umleitungsstollen geschlossen und mit der Stauung begonnen werden. Im November 1975 floss erstmals Wasser durch den Druckstollen und wurde in Steg turbiniert. Mit der Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks wurden die Kraftwerke Gampel I bis III stillgelegt.

Die Staumauer ist 67 m hoch und hat eine Kronenlänge von 162 m. Der Stausee ist fast 1 300 m lang und hat ein Volumen von rund 1.89 Mio. m3. Durch den 6.85 km langen Druckstollen fliesst das Wasser bis Laden von wo aus es rund 600 m auf die Turbinen stürzt. Mit den zwei Turbinen können pro Jahr ca. 330 GWh produziert werden.

Zwischenfälle
Im Winter 1999 gab es im Lötschental extreme Schneefälle und somit eine hohe Zahl an Lawinenabgängen. Die Faldumlawine traf dabei die Staumauer Ferden und zerstörte sämtliche Geländer und Zugangsstege. Ebenfalls wurde die Bediengalerie stark beschädigt. Der Lawinenschnee, zwischen 250 000 und 300 000 m3, füllte das Tal unterhalb der Staumauer fast bis zum Kontrollsteg auf. Dadurch war auch der Grundablass verschlossen. Der Schnee, hart wie Beton, musste mit Baggern entfernt werden. Erst zweieinhalb Monate später konnte der Normalbetrieb wieder aufgenommen werden.

Am 10. Oktober wurde das Lötschental von einem verheerenden Unwetter heimgesucht. Nach massiven Schneefällen in der Höhe und massivem Regen in den Niederungen wurde es überraschend warm und der Schnee schmolz grössten Teils wieder. In der Folge traten mehrere Bäche über die Ufer und schwemmten Material aus einer Höhe von fast 2 500 m ins Tal. Dabei wurde die Strasse an mehreren Stellen überschwemmt und teilweise weggerissen. Das ganze Material floss natürlich Talauswärts bis in den Stausee. Dort blieben der Schlamm, das Geröll und tonnen von Holz stecken und blockierten so den Abfluss des Stausees. Nachdem der Grundablass freigemacht und der See entleer werden konnte, wurde das Geschiebe aus dem See entfernt. Da auch die Zentrale in Steg unter Wasser stand konnte das Kraftwerk den Betrieb erst nach rund einem halben Jahr wieder in Betrieb genommen werden.