Kraftwerk Gampel III


Schon kurz nach der Inbetriebnahme von Gampel II merkte man dass die Leistung der beiden Kraftwerke nicht mehr ausreichte. Die «Lonza Elektrizitätswerke» ersuchten den Kanton also um eine weitere Konzession welche am 18. Dezember 1904 erteilt wurde. Infolge unterschiedlicher Auffassungen betreffend den Abgeltungen wurde bis 1919 nichts weiter unternommen. Aber auch danach wurde nicht mit dem Bau begonnen. Die Baufrist wurde dreimal bis 1944 verlängert.

Im zweiten Weltkrieg stieg die Energienachfrage rapide an, was schliesslich zum Baubeginn für das Kraftwerk Gampel III führte. Das neue Kraftwerk wurde überraschend schnell gebaut. Eine erste Besprechung fand am 12. August 1941 statt. Nach einer Ortsbesichtigung drei Tage später wurde im Oktober 1941 mit den Arbeiten begonnen. Bis zu 725 Arbeiter waren auf der Baustelle beschäftigt. Nach nur einem Jahr Bauzeit, in welchem die Fassung in Riti, die Zentrale in Mittal sowie der 3 900 m lange Druckstollen erstellt wurden, konnte das Kraftwerk Gampel III in Betrieb gehen. Wie bereits beim Kraftwerk Gampel II wurde auch hier darauf geachtet, dass das Wasser vor der nächsten Fassung in die Lonza zurück geleitet wurde. Im neuen Kraftwerk konnte mit den eingebauten Turbinen 12 500 PS oder 17 000 KW geleistet werden.

Im Jahr 2000 wurden die Rechte an den Wasservorkommen und Anlagen des Kraftwerks Gampel III an die «KW Mittal AG» verpachtet. Das Unternehmen wollte im alten Druckstollen zusätzliche Wasservorkommen erschliessen und diese in der alten Zentrale von Gampel III turbinieren. Da aber nicht genügend Wasser erschlossen werden konnte, ging das Unternehmen Konkurs.

Vom Kraftwerk Gampel III ist heute noch ein Grossteil der Anlagen vorhanden. Sowohl die Fassung in Riti als auch die Zentrale in Mittal werden heute aber nicht mehr verwendet. Anders der ehemalige Druckstollen. Während dem Bau des Lötschberg Basistunnel wurde das dort gefasste Wasser für die Baustelle benötigt. Heute dient das im ehemaligen Druckstollen gefasste Wasser der Versorgung einiger Liegenschaften in Goppenstein, dem Weiler Mittal sowie dem Reservoir des Mittal-Strassentunnels. Im alten Stollen verläuft zudem das Stromkabel, welches das Lötschental mit Strom versorgt. Durch die Verlegung des Kabels konnten die Stromausfälle im Winter massiv reduziert werden.