Kraftwerk Gampel I


Als um 1850 die inländische Kohle immer knapper wurde, musste man sich nach alternativen Energiequellen umsehen. Da die Schweiz reich an Wasservorräten ist, bot sich die Nutzung der Bäche und Flüsse als Stromlieferanten an. 1890 wurden im Wallis die ersten Wasserrechtskonzessionen vergeben. Auch die Lonza bot sich als ideales Gewässer für die Energieerzeugung an.

1897 wurde in Basel eine Interessengemeinschaft für die Nutzung der Wasserkraft der Lonza gegründet. Nach zähen Verhandlungen mit den Gemeinden Steg und Gampel wurde die Konzession im zweiten Anlauf am 2. März schliesslich erteilt. Kurz darauf wurde zur Herstellung von Calciumcarbid und Acetylen die «Lonza Elektrizitätswerke» gegründet. Das kleine Werk entwickelte sich zu einem heute weltweit tätigen Chemiekonzern, welcher unter dem Namen «Lonza» bekannt ist.

Schon kurz nach der Gründung der «Lonza Elektrizitätswerke» wurde mit ersten Vermessungsarbeiten für das Kraftwerk Gampel I begonnen. Schon im Sommer 1897 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Für das Kraftwerk wurde eine Wasserfassung in Klösterli erstellt. Die Arbeiten für die gesamten Anlagen konnten bereits 1898 beendet werden. Durch einen Druckstollen und ein Fallrohr gelangte das Wasser in die Zentrale des Kraftwerks Gampel I wo es turbiniert wurde. 1948 konnten mit 6 Turbinen rund 3 900 PS oder 5 304 KW geleistet werden.

Das Kraftwerk Gampel I wurde mehrmals umgebaut und bis zur Inbetriebnahme des KW Lötschen mit dem Stausee in Ferden genutzt. Die Fassung mit der Entsandungsanlage und die ehemalige Zentrale sind heute noch vorhanden. Das in der Fassung Klösterli gefasste Wasser dient heute für die Bewässerung.