Eisenbahntunnel


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Um die Simplonlinie an den Rest der Schweiz anzuschliessen wurden verschiedene Varianten einer Alpenquerenden Verbindung ausgearbeitet. Schlussendlich entschied man sich für eine der Varianten von Wilhelm Teuscher. Im Oktober 1906 wurde mit dem Bau des Lötschbergtunnels (Nr 2 auf der Karte) begonnen. Um das Material zu den Baustellen auf beiden Seiten zu transportieren wurde beidseitig eine Baubahn erstellt, die vor allem auf der Südrampe entlang des zu bauenden Trassees führte. Zusätzlich wurden beidseitig des Tunnels grosse Barackendörfer erstellt um die vielen Arbeiter unterzubringen. In Goppenstein wohnten teilweise über 3 500 Personen.

Am 29. Februar 1908 begrub eine Lawine die Kantine unter sich. Insgesamt starben dabei 23 Personen. Nur ein halbes Jahr später gab es nach einer Sprengung unter dem Gasterntal einen massiven Wassereinbruch. Rund 6 500 m3 Geschiebe verstopfen den Tunnel. Aus Sicherheitsgründen wurde der Tunnel anschliessend um die gefährliche Stelle herumgebaut. Am 31. März 1911 erfolgte schliesslich der Durchschlag. Die einspurige Strecke von Brig nach Frutigen wurde am 19. Juni 1913 feierlich eröffnet.

Um die Kapazität der Transitstrecken zu erhöhen beschloss man, am Gotthard einen Basistunnel zu bauen und die Lötschberglinie doppelspurig auszubauen. Erste Arbeiten zum Ausbau wurden 1977 aufgenommen. Sämtliche Tunnel waren für einen allfälligen Doppelspurausbau vorbereitet und mussten nur noch komplett ausgebrochen werden. Auf den übrigen Abschnitten wurden diverse Stütz- und Lehnbauten erstellt. Zudem mussten sämtliche Brücken ausgebaut werden. Auf der Strecke zwischen Goppenstein und Hohtenn konnte die Doppelspur wegen dem dichten Verkehr nicht wie ursprüngliche geplant entlang der bisherigen Linie erstellt werden. Man entschied sich schliesslich für den Bau des 3 298 m langen Mittaltunnel II (Nr 4 auf der Karte). Mit dessen Bau wurde 1984 begonnen. 1988 wurde dieser durchschlagen und 1990 eröffnet. Nach dem Abschluss aller Arbeiten wurde die durchgehende Doppelspur am 8. Mai 1992 offiziell eingeweiht.

1993 erteilte das UVEK den Auftrag auf der Lötschberg-Simplon-Linie einen Huckepackkorridor einzurichten. Dieser erlaubt den Transport von Sattelaufliegern und Containern mit einer Eckhöhe von 4 m. 1994 wird mit den Arbeiten im Lötschbergtunnel begonnen. Bis 1997 wurden die Gleise etappenweise um 10-15 cm abgesenkt und teilweise seitlich verschoben.

1986 begannen die Planungen für eine neue Alpentransversale um die verkehrspolitische Bedeutung der Schweiz zu wahren und die Strassen vom Güterverkehr zu entlasten. Wie bereits fast 100 Jahre zuvor wurden verschiedene Varianten ausgearbeitet. 1992 nahm das Schweizer Stimmvolk die NEAT an. 1993 wurde die BLS AlpTransit gegründet, die den Lötschberg-Basistunnel (Nr 1 auf der Karte) bauen soll. Mit den Fensterstollen Mitholz und Ferden (Goppenstein) soll der Bau des Tunnels schneller vorankommen. Im Juni 1996 begannen die Vorarbeiten für den Fensterstollen Ferden (Nr 3 auf der Karte). In Goppenstein entstand erneut ein Barackendorf. 2001 erreichte man endlich das Niveau des Basistunnels. Von dort begannen nun die Hauptarbeiten an den 2 Tunnelröhren. Das Ausbruchmaterial wurde über Förderbänder nach Goppenstein transportiert und von dort mit Zügen abtransportiert. Ein grosser Teil des Ausbruchsmaterials wurde zu Zement verarbeitet und wieder in den Tunnel geführt. Für den Materialumschlag errichtete man in Goppenstein eine grosse, zweigleisige Halle. Die Ausbrucharbeiten dauerten bis 2005. Anschliessend folgte der komplette Ausbau und die Bahntechnische Ausrüstung. 2006 wurden schliesslich die Arbeiten am Fensterstollen beendet und das Barackendorf sowie die Verladehalle abgebaut. Die ganze Fläche wurde renaturiert. Heute ist nur noch das Portal des Fensterstollens sichtbar, durch welchen in einem Störungsfall Busse in den Basistunnel fahren um Fahrgäste zu evakuieren.