Eisenbahn Gampel-Hohtenn


Mit dem Bau der Lötschbergbahn sollte das Wallis näher an das Berner Oberland und den Rest der Schweiz rücken. Da die geplante Lötschbergbahn in Brig enden würde, war für die mittel- und unterwalliser Einwohner ein grosser Umweg nötig um nach Bern zu gelangen. Um diesen Umweg zu verkürzen wollte Ed. Von Waldkirch aus Bern eine Bahn von Gampel über das Dorf Hohtenn zur höher gelegenen Station der Lötschbergbahn bauen. Am 21. März 1898 stellte er das Gesuch um eine Konzession für den Bau und Betrieb der Bahn.

Streckendaten
Ab der etwas abgelegenen Station Gampel-Steg der Simplonlinie sollte die Bahn die Rhone überqueren und östlich der Lonza zu den Orten Steg und Gampel führen. Ab dort hätte die Zahnradstrecke nach Hohtenn und weiter zur projektierten Haltestelle der Lötschbergbahn führen sollen. Die gesamte Strecke wäre rund 2 800 m lang geworden und hätte eine Höhendifferenz von 289 m überwunden. Die Strecke war einspurig mit einer Spurweite von 1 m geplant. An den steilsten Abschnitte wäre eine Zahnstange eingelegt worden, womit eine Steigung von bis zu 250 ‰ möglich geworden wäre. Der Betrieb sollte, anders als die Lötschbergbahn mit Dampfzügen erfolgen. Es wurde aber auch die Möglichkeit eines elektrischen Betriebs ins Auge gefasst. Die Kosten für den Bau wurden auf 451 000 Franken voranschlagt.

Erteilung der Konzession
Im Oktober 1898 wurde die Konzession unter einigen Vorbehalten erteilt. Sollte eine normalspurige Strecke ab der Station Gampel-Steg nach Hohtenn geplant werden, so wäre diese zu bevorzugen, da nur diese den Interessen des Kantons Wallis vollständig gerecht werden könne. Die Konzession wurde schliesslich auf die Dauer von 80 Jahren erteilt. Der grobe Zeitplan sah vor, dass die notwendigen technischen und finanziellen Vorgaben innerhalb von drei Jahren eingereicht werden müssen. Sechs Monate nach der Plangenehmigung hätte mit den Arbeiten begonnen werden müssen, so dass die Bahn zwei Jahre Später in Betrieb hätte gehen können.

Das Ende
Bis zum 29. Oktober 1901 wurden keinerlei Unterlagen eingereicht und auch nicht um eine Verlängerung der Frist ersucht. Dadurch erlosch die Konzession automatisch. Hierzu kam es durch ein Missverständnis von Herrn von Waldkirch. Am 28. Januar 1902 stellte er ein Gesuch zur Verlängerung der erteilten Konzession, welches auch bewilligt wurde. Die Einreichefrist für die benötigten Unterlagen wurde noch weitere Male bis 1913 verlängert. Vermutlich wurden aber auch 1913 keine Unterlagen eingereicht worauf die Konzession definitiv erlosch. Wie bei vielen anderen geplanten Bahnen zu dieser Zeit fehlten vermutlich auch hier die nötigen Gelder.