Enwicklung Goppenstein


1474 wurde in Goppenstein nachweislich mit dem Abbau von Blei begonnen. Man vermutet jedoch, dass bereits in der Bronzezeit Erz abgebaut wurde. Aufgrund der schwierigen geologischen Verhältnisse in Goppenstein kann das jedoch nicht mehr belegt werden. Ausser der Bleimine, welche bis 1906 ständig ausgebaut wurde, gab es in Goppenstein nur grosse Matten, welche als Maiensäss dienten. 1714 wurde unterhalb der Bleimine die erste Kapelle erbaut. Goppenstein war lange Zeit nur über einen schmalen Saumpfad erreichbar. Erst 1920 erreichte eine Strasse das Lötschental.

Für den Bau des Lötschbergtunnels von 1906-1913 mussten alle möglichen Gebäude für die Arbeiter erstellt werden. So gab es zu dieser Zeit viele Wohnhäuser, einige Restaurants und Geschäfte und eigene Post. Da jeweils die ganzen Familien der Arbeiter in Goppenstein wohnten, brauchte es auch Schulen. Mit bis zu 3 500 Einwohnern wurde Goppenstein schlagartig zum zweitgrössten Ort im Wallis. Nur die Hauptstadt Sitten hatte mehr Einwohner.

Um die Bahnstrecke und den Bahnhof in einer Ebene bauen zu können, musste ein grosser Teil der Matten mit Ausbruchmaterial aus dem Lötschbergtunnel aufgefüllt werden. Um das Dorf und den Bahnhof Lawinensicher zu machen, wurden grosse Verbauungen bis in eine Höhe von über 2 500 m erbaut. Trotzdem gab es 1908, noch während dem Bau einen grossen Lawinenabgang. 11 Menschen kamen in den zerstörten Gebäuden ums Leben.

Nach dem Bau der Lötschbergtunnels wurden die meisten Gebäude abgerissen oder abgebrannt. Nur wenige Gebäude haben überlebt. 1 Haus wurde nach Kippel versetzt (das heutige Doktorhaus) und zwei Gebäude wurden als Wohnhäuser für die Bahnmitarbeiter in die Nähe des Bahnhofs versetzt. Das heutige Restaurant Felsheim stammt ebenfalls noch aus der Zeit des Tunnelbaus.

Erst in den 1920er Jahren wurde mit dem Bau einer Strasse ins Lötschental begonnen. Bis dahin war Goppenstein nur über einen schmalen Weg erreichbar. Mit dem Bau der Strasse wurde die bis dahin frei fliessende Lonza kanalisiert und teilweise überdeckt.

Für den Ausbau der Strasse und des Autoverlads 1974 musste die 1714 errichtete Kapelle abgerissen werden. Stattdessen wurde eine neue Kapelle in der Nähe des Bahnhofs errichtet. Die Strasse ins Lötschental wurde in den nachfolgenden Jahren stark ausgebaut. Mehrere Lawinenschutzgalerien wurden errichtet. 1985 wurde schliesslich der neue Mittaltunnel fertiggestellt und die alte schmale Strasse wurde nicht mehr benötigt. Diese dient heute als Fahrradweg.

Bis in die 1990er Jahre wurde die einspurige Lötschberglinie auf Doppelspur ausgebaut. Dazu mussten auch in Goppenstein einige Anpassungen gemacht werden. Lawinenschutzgalerien mussten verbreitert und teilweise neu Gebaut werden. Den Hauptteil der Arbeiten in Goppenstein selber machte aber der Bau des neuen Lonzaviadukt aus.

Um den Bau des neuen Lötschberg-Baistunnels zu beschleunigen gab es zwei Zwischenangriffe. Einer davon befand sich in Goppenstein. Gegenüber der Verladerampe wurden dazu diverse Gebäude errichtet. Darunter eine Unterkunft mit Kantine für die Arbeiter. Um das Ausbruchmaterial auf Güterwagen zu verladen baute man eine zweigleisige Verladehallte. Mehrmals täglich fuhren die Züge, gefüllt mit Ausbruchmaterial nach Raron zur Aufbereitung.Nachdem die Arbeiten beendet waren, wurden sämtliche Gebäude wieder abgebrochen und die Stelle renaturiert. Heute existiert nur noch ein modernes, videoüberwachtes Tor, durch welches man, über den 4.1 km langen Zugangstollen, die Nothaltestelle Ferden erreicht. In einem Notfall können so Busse von Goppenstein her in den Basistunnel gelangen.

Am 08.12.2007 ereignete sich in Goppenstein ein Felssturz. Ca. 2 000 m3 Gestein lösten sich vom Roten Zahn. Dort wo kurz vorher noch die Unterkünfte für die Bauarbeiter waren, landeten tonnenschwere Felsbrocken. Die Bahnstrecke und die Kantonsstrasse wurden nur knapp verfehlt.